Sonntag, 7. Februar 2010

08. auftrag

hallo meine lieben und treuen leser (falls ich irgend jemand aus meiner rundbrief-adressengruppe rausnehmen soll sagt es bitte), heute möchte ich euch von meinem wochenende berichten.
am samstag bin ich mit Sebastian, meinem roommate einentagesarbeiter, der hier als security arbeitet, besuchen gefahren.
Er hat uns mit seinem sohn am schiffabgeholt und wir haben dann gemeinsam unsere reise zu seinem dorfangetreten. Der grund dafür ist das der mann sich sorgen um diezukunft seines 16 jährigens sohnes macht da er so unmotiviertist in die schule zu gehen und in die kirche.
Wir sind vom hafen mit motoradtaxis zumhauptmarkt gefahren. Bis wir aber erst mal den preis ausgehandelthaben hat es etwa 20 minuten gedauert da die fahrer sofort mehrverlangen wenn weiße dabei sind. Naja dann sind wir am marktangekommen, übrigens der größte markt west-afrikas!
Dort ging es dann wieder los mit demverhandeln über den zielort und den preis bis wir dann endlicheinen taxifahrer gefunden haben und einsteigen konnten. Falls ihrjetzt denkt das die dann gleich losfahren liegt ihr falsch. Es wirdhier keine leerfahrt gemacht und das heißt es müssen mehrleute ins auto als sitzplätze vorhanden sind und dazu noch dieeingekauften sachen der leute. Also warteten wir und die straßeneben uns wurde für mich zu einem schaufenster, bloß dasich nicht gehen musste sondern das die wahre an mir vorbeigetragenwurde und mir präsentiert wurde. Von essen und trinken übertiere bis hin zu teppichen und kissen, einfach alles.
Als dann das auto richtig voll war,aber richtig voll! ging es, fühlbar ohne stoßdämpferlos. Die sitze fühlten sich an wie eine kerze und es roch nachpflanzlichem bratfett. Rücksicht auf fußgänger undmotorräder wird nicht genommen.
Dann habe ich erst mal gesehen in wasfür einer grossen stadt ich hier lebe, sie ist risig! Es hatwirklich lange gedauert bis ich raus war und als ich raus war, war esauch vorbei mit straße, nur noch sandpiste und slalom fahren umnicht aufzusetzen und hängen zu bleiben.
Wir sind an der größtenuniversität benins vorbeigefahren und am sos kinderdorf undkamen immer weiter ins landesinnere hinein das was man vielleichtbusch nennen würde. Alle kinder die mich im auto sitzen sahenfingen an yovo zu schreien und hinter uns her zu rennen, der sohn vomtagesarbeiter verdrehte immer nur die augen und lächelte michan, ich denke manche afrikaner haben etwas mitleit mit weißen.
Die kinder hier auf den straßenspielen nicht mit elektrosachen oder sonstigem, wie ich es ausdeutschland kenne, sondern mit blättern die von bäumengefallen sind und mir kam es so vor als hätten sie wirklich spaßdabei! ich wünschte in momenten wie diesen meine augen währen kameras, um es mit euch zu teilen und erinnerungen für immer zu speichern.
Als wir dann in dem dorf angekommensind mussten wir dann wieder ein motorat bezahlen um in die näheseines hauses zu kommen... es wurde immer schöner. Grün undbund, die erde rot, knallrot. Überall palmen und die temperatur (ca. 34°C)war mehr erträglich als gewohnt da hier die luft nicht sodrückt. Wir sind kleine trampelwege ins gebüsch gegangen umzu seinem grundstück zu kommen, dort wartete schon seineschwiedermutter und hühner. Er schickte seinen sohn lossoftdrinks zu kaufen und wir bekamen als gäste die hohen stühleso dass alle anderen niedriger als wir saßen. Es war einfach toll:roter sand/erde an meinen füßen, kleine kinder auf einer matteruhig spielend, hühner suchen sich ein paar reste, der wind wehtüber mir durch die palmenzweige und alle freuen sich das wir dasind. Das beste jedoch fand ich, die ruhe. Keine hupenden mopets,keine schreienden verkäufer, keine schiffe und keingeneratorbrummen unter mir, einfach nur friede und ruhe.
Schade war leider das der sohn nurfranzösisch versteht und ich es nicht sprechen kann. Also musstesebastian sich alleine mit ihm unterhalten und der vater führtemich übers grundstück und durchs dorf und wir unterhieltenuns, lachten , staunten, und beteten miteinander. Ein fantastischermann! er arbeitete jedes mal mit mercy- ships wenn sie in benin waren und ist auch sonst seemann gewesen, so hat er auch mal ne kurze zeit in deutschland gelebt und seine kinder haben namen wie hans- peter! (in diesem zuge besondere grüße an die mtv faustballgruppe).
am sonntag dann hatte paul, einer deranästesisten, geburtstag und er fragte mich schon vorher ob ichnicht mitkomen will zu bab s dock. Ich dachte mir ja klar warumnicht.
Wir sind dann ne halbe stunde am strandmit einem unserer land-rover in richtung westen gefahren und sinddann abgebogen und an ein haus gekommen.
Ich war wieder in afrika, im busch.Dort startete eine art kanalsystem auf dem uns ein motorbot mitnahmund uns schließlich durch gestrüpp auf eine riesige lagune, wieein see, bloß salzwasser brachte. keiner wusste wirklich wa uns erwartet. Diesen see überquerten wirund sahen schon in der ferne ein dock mit kanus und einem segelbot.Als wir dort ausstiegen fühlte ich mich wie in einem film: thebeach. Wir gingen in ein kleines paradies. Eine art restaurant, barmit strand, kleine inseln, palmen und dazwischen hängematten zumentspannen. Wir konnten dort volleyball im hüfttiefen wasserspielen, essen und trinken, entspannen, kanufahren und genießen.Es war wieder richtig ruhig bis auf das der esel und der affe immermal laute gegeben haben, der hund war aber ruhig und die ganzenbunten eidechsen geben keine laute. Überall blumen und die möbelaus massiv-dunkelholz. unter einer palme saß ein einheimischer und spielte leise auf seiner flöte schöne melodieen. es war etwas für die seele, mal rauskommen aus alltag, arbeit und lärm. und das alles für umgerechnet etwa 12 euro.
was gibt es noch zu erzälen?
immer mal wieder kommen botschafter mit ihrer familie von, auf dem schiff vertretenen nationen aufs schiff um sich mit ihren landsmännern zusammen zu setzen und rumführen zu lassen. der deutsche botschafter will auch noch kommen.
ich komme sehr gut mit meinen kabinen mesnschen zu recht und wir haben oft viel spaß und machen musik oder sonstige späße, so das ich am nächsten morgen von der nachbarkabine angesprochen werde ob wir jetzt jeden abend eine party feiern würden. der zahnarzt aus norwegen fährt am freitag leider schon wieder, er hat oft und auch grade jetzt einfach die gitarre genommen und losgelegt zu zupfen.
auch mit vielen anderen leuten hier auf dem schiff habe ich mitlerweile guten kontakt und manchmal ergeben sich tiefe gespräche über glauben und andere dinge, jeder erzählt von seinen erfahrunge in einem kleinem kreis, dies ist sehr erbauend und schenkt motivation für lange zeit.
einen morgen komme ich aus demspeisesaal und sehe eine frau die den einsatz in benin vorbereitete.Sie schaute verträumt aus dem fenster in richtung dock. ich habe mich neben sie gestellt ohne ein wort zu sagen und habe auch einfach hinausgeschaut. das erste was mir aufgefallen ist, ist der schöne sonnenaufgang über dem meer, dann aber gucke ich runter und sehe all die patienten die auf einlass auf das schiff warten, sie kommen schon manchmal mitten in der nacht und schlafen auf dem weg. dies sind patienten die nicht zum screening gekommen sind oder nicht konnten, also personen die noch nicht in unseren arbeitsplan integriert sind und noch ggf. hinzugefügt werden müssen. ohne dass sie mich anguckt sagtesie: wenn ich da raus gucke weiß ich wieder warum wir hiersind, all diese menschen die hilfe brauchen.... dann war wieder ruhe und wir standen für etwa 2 minuten einfach nur da.
es haben hier auch die so genannten mercy- ministrys begonnen. das sind die projekte die nicht auf dem schiff stattfinden sondern an anderen orten. leute gehen in lokale krankenhäuser,zeigen den jesus film, gehen in gefängnisse, zu kinderheimen, auf die straße und in kirchen um die liebe jesu weiter zu geben wie er es uns aufgetragen hat.
Luk 4:18  "Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Armen gute Botschaft zu bringen, den Gefangenen ihre Freilassung zu verkünden, den Blinden zu sagen, dass sie sehend werden, den Unterdrückten die Freiheit zu bringen
Luk 4:19  und ein Jahr der Gnade des Herrn auszurufen."
vielen dank für eure aufmerksamkeit, lasst mal von euch höhren!
liebe grüße,
michel

09. bericht 05.04.09

hallo aus cotonou,
heute berichte ich einfach mal wieder von ein paar sachen:
der markt
es ist der größte markt westafrikas, er ist wie ein riesiges blechhüttendorf mit kleinen gassen und überdachten wegen wo sich lieferanten, kunden, bettler, kinder und dreck fortbewegen.
Man hat eigentlich gar keine zeit sich etwas in ruhe anzugucken da von hinten schon wieder jemand drengelt und einfach nicht an dir vorbei kommt. Es wird, wie ich schon einmal geschrieben habe, einfach alles verkauft. Schöne farbenfrohe früchte und gut riechende gewürze. Stinkender fisch aber auch frische fleischwaren. Und dann lebende tiere. Als ich das gesehen habe musste ich an die ganzen tierschutzskandale in europa denken. Lebendige hühner sind wie ein bündel banannen aneinander gebunden und liegen hächelnd am boden, vorbeilaufende leute treten manchmal auf ihre flügel oder andere körperteile. Andere hühner in käfigen wurde der schnabel gestutzt so dass nur noch die zunge herausguckt, ich denke mir das wird gemacht damit sie sich nicht gegenseitig anhacken. Dann in anderen kefigen kann man schildkröten kaufen, einige davon sind allerdings schon vertroknet und tot. Daneben sind kleine kätzchen und welpenhunde die wahrscheinlich ausschließlich zum opfern bei wuduubräuchen benutzt werden da ich hier noch kein haustier gesehen habe außer bei bab´s dock und im kleinem dorf frei streunende hunde.
Ich war ganz froh wieder raus aus diesem trubel zu sein, es ist gut das mal gesehen zu haben aber zurück auf diesen markt möchte ich nicht unbedinngt. Einige bettler und verkrüppelte haben wir angesprochen doch zum schiff zu kommen um sich untersuchen zu lassen. Manchmal bekommen wir die antwort das sie einfach nur geld wollen und das alles ist was sie brauchen, andere wissen gar nicht wie man zum hafen kommt oder wo er ist, in der hoffnung das sie sich ein taxi nehmen geben wir ihnen dann ein paar münzen.
Wir haben etwa 5 minuten vom schiff das hospitality center eröffnet, indem patienten vor und nach einer op untergebracht werden da es auf dem schiff einfach zu eng wird.
Am abend sind wir dann auf dem deck 8 in den pool gegangen. Das hat echt spaß gemacht
lokale kirche
am sonntag bin ich dann das erste mal in eine lokale gemeinde /kirche gegangen. Einer vom schiff hat dort gepredigt also sind wir mit drei mercy-cars dort hingefahren. Auf dem hinweg sind wir mit einem lkw zusammengerasselt, was aber weniger schlimm war. Die kirche ist ein rohbau mit blechdach. Das mikrofon ist mit einem lautsprecher an der außenwand verbunden so dass der lobpreis und die predigt über die ganze nachbarschaft erschallt. Gepredigt wurde in französisch, übersetzt in englisch und fon. Lobpreisinstrumente sind ausschließlich trommeln und rasseln und der eigene körper ;-) wie die hier tanzen ist der hammer! Zur kollekte wird in einer reihe nach vorne getanzt und während des lobpreises tanzen einige frauen wie hühner im saal. Was mich sehr begeistert hat ist das am ende noch einmal geld gesammelt wurde für eine familie aus der gemeinde die gerade knapp bei kasse ist, so stehen sie in der kirche zusammen und teilen ihr leid und geld und preisen den herrn mit großen gesten und lautsprechern vor den augen und ohren der unter anderem muslimischen nachbarschaft. John, der prediger vom schiff bat mich ein bisschen zu filmen und so wurde ich mal wieder in medien inegriert was mir jedes mal viel spaß macht und anderen gefällt meine arbeit und die fotos die ich mache. Um von der kirche weg zu kommen mussten wir erst mal ein auto aus dem sand schieben da es geregnet hat und der fahrer am anfang die reder durchdrehen lassen hat, hat es ziemlich tief dringesteckt.
Hier auf dem schiff ist eine kamera frau die auch schon in liberia immer gefilmt hat und nun eine reportage vertiggestellt hat über die arbeit von mercy-ships. Es war einfach genial die leute sprechen zu sehen, liberia, das land meines bruders zu sehen und die leidenschaft und musik in diesm film, alle waren begeistert. Leider kann es nicht veröffentlicht werden bis ein tv- sender es ausstrahlt, denn dafür wurde es gemacht, um mercy-ships bekannter zu machen, so dass noch mehr hilfe kommt.
Eines morgens bin ich aufgewacht und hatte das gefül dass ich mich bewegen soll damit mich gott steuern kann.
Ich bin also zu meinem boss alison gegangen und bat sie um ein paar minuten und wir setzten uns ins besprechungszimmer.
Ich sagte ihr das sie ja weiß das ich ein pfleger bin und dass ich die arbeit im steri nicht hasse und wir viel spass dort haben. Wenn ich aber höre das pflegekräfte in unterschiedlichen bereichen gesucht werden fühle ich dass ich gerne mehr machen würde, mehr in meinem beruf. Sie hörte sich alles an und sagte das sie das verstehe. Dann sagte ich ihr das ich überlege meinen eisatz zu verlängern und mit dem schiff im dezember nach europa zurück zu kehren. Dann sagte sie das das vielleicht perfekt sei für eines der augen op´s und ich solle mich hr erkundigen und sie spricht das im leiterteam an. Am nächten tag bin ich zum hr ofice gegangen und habe gefragt und erklärt worum es geht, die frau hat geguckt ob platz für mich in einer kabine währe und es würde passen, also gab sie mir die papiere für meinen chef und mich mit um sie auszufüllen und mein alison tat es auch gleich, das eye team und der hospitel manager waren alle damit einverstanden. So bleibe ich erst mal länger und warte auf die erst beste möglichkeit als nurse zu arbeiten da erst mal eine ablöse für mich gefunden werden muss, sonst wäre es wieder unausgewohgen. Ich bete dass gott einen weg in richtung pflege bereitet. Mittwoch morgen habe ich den hospital manager im dining room getroffen (er macht immer mittwochs pfannkuchen für alle) und ihn gefragt was er denn von der idee halte das ich wechseln könnte? Er sagte das es für alle und für mich persönlich sicherlich ein segen sein wird und er es sehr gut findet.
ich habe heute bis kurz nach 23uhr gearbeitet es war eine lange op an einem 7 jährigen mädchen. Ich hatte die gelegenheit mal in den op zu gucken und war fastziniert! Das mädchen hatte ein gesichtstumor am linken unterkiefer, dieser musste ihr entfehrt werden. Das problem ist nur wenn man eine metallplatte als ersatz einsätzt, das diese nicht mit der anderen seite mitwächst. Also entnahmen die chirurgen eine rippe und pflanzten sie als kieferersatz ein, diese wächst dann mit.
Ich war dann auf der krankenstation, die haben jeden sonntag gottesdienst auf einer anderen station und ich war noch nie da. Es war sowas von afrikanisch schön. Die patienten aus den anderen stationen sind mit in den raum gekommen und die ganzen kinder und älteren patienten mit narben, wunden, drainagen und kathetern loben den herrn indem sie singen, klatschen und tanzen. Es war so wenig platz das mich eine patientin eingeladen hat auf ihrem bett zu sitzen, so saß ich also zwischen den, aus vollem hals singenden afrikanischen mama´s und wir erhoben gemeinsam unsere gesänge zum himmel und dankten jesus für alles was er hier tut. Auch sind immer mal ein paar oparierte kinder auf deck 7 um etwas rauszukommen und dort wird dann auch gesungen und etrommelt. Lustig sind dann die fischer bote die vorbeifahren und die fischer fangen an im Rhythmus zu tanzen und zu klatschen!
Das wetter hier wird schöner doch fängt es immer mal an zu regnen, die regensaison steht kutz bevor, jedoch sehe ich hier endlich blauen himmel anstatt immer nur nebeligen sandsturm aus richtung sahara.
Ich möchte keinen meiner spender und unterstützer drengen mich länger als eigendlich geplant zu unterstützen und sich dadurch in schwierigkeiten oder sonstiges zu stürzen. Ich glaube dass wenn es gottes wille ist das ich hier noch länger bleibe er das geld dafür geben wird.
Vielen dank an alle und liebe grüße
der michel

10. veränderung 15.04.09

hallo alle zusammen.
ich habe heute gute nachrichten: gott erhört gebete.
montag einen tag nach meinem 9. rundbrief in dem ich die sitation schilderte mit steri und ablöse... habe ich endlich das formular zur verlängerung meines einsatzes im hr office abgeben können. Zurück auf der arbeit kommt dann jenny auf mich zu da sie eine frage hat: da ist eine frau für vier wochen auf dem schiff die gerne im hospital arbeiten möchte und wir dachten sie könne dich ersetzen so dass du im op anfangen kannst. Wann? Morgen! Wo soll ich unterschreiben? Hier. Ok!
Halleluja! Gott ist groß und seine gnade ist unermeßlich. Du herr erhörst meine gebete und bist deinen kindern treu. Alle haben sich mit mir gefreut, auch meine kollegen im steri sagten sie freuen sich für mich sahen aber gleichzeitig etwas traurig aus. eine sagte dass sie überascht sei das das so schnell geht mit der gebetserhörung, sie betete seit einer woche dafür das ich zurück in meinen beruf wechseln kann, ich redete mit ihr über mein anliegen. ich habe dann auch mit meiner "ablöse" gesprochen und ihr gesagt das sie eine antwort auf meine gebete ist, sie sagte mir dann das gleiche :-) da sie gerne den job wechseln wollte!
Ich weiß nicht was nach den 4 wochen passiert, die stelle für den steriplatz ist immer noch ausgeschrieben, wenn sich niemand finden lässt muss ich wahrscheinlich zurück. Ich vertraue gott das er einen weg für mich hat und dass er gut ist. Ich hoffe ich lerne schnell die dinge die ich im op brauche. Gott wird mir helfen. Ich danke allen für eure gebete! mein erster tag im op als pfleger begann am morgen beim gebet des or-teams, die cheffin bethonte das wir heute endlich wieder alle op´s aufmachen können da wir eine neue nurse haben! Alle haben für mich aplaudiert und mir gedankt. ich hab mir erst alles angucken müssen und eine schwester hat mir alles erklärt und mit mir geübt sich steril einzukleiden.
Und dann brauchten sie mich! Also habe ich mich fertig gemacht und meinen tisch bereitet, der patient lag bereit und dann habe ich geduldig auf den arzt gewartet. Alles habe ich in die vorgesehene ordnung gebracht und dann war die op doch etwas komplizierter. Es handelte sich um eine katarakt entfernung mit linsen-protesen einsatz. Es war keine ordnung mehr und ich habe immer mal den überblick verloren doch der arzt war sehr geduldig und hat sich am ende noch für meine geduld bedannkt. Alli eine der schwestern die mich unterrichtet sagte dass sie es erstaunt hat dass ich gleich ran gegangen bin ohne scheu oder angst. Sonst habe ich den tag als zirkulierende kraft gearbeitet und geholfen wo ich konnte und mir alles angeguckt.
am 2. tag im op. habe ich als scrub nurse gearbeitet und 4 patienten mit opariert (meine offizielle bezeichnung ist jetzt übrigens operating room nurse). Ich habe mit dr. glen strauss gearbeitet der eine katarakt op in 5 minuten erledigt.  Am abend beim dinner kommt dann der hospital manager mit erhobenem finger auf mich zu und sagt das er fantastische dinge über mich hört. ich arbeite schnell und genau und dass für einen pfleger der keine op erfahrung hat, ich scheue mich nicht und gehe meine arbeit mit freude an. Ich sei belastbar und trainierfähig. Er freut sich das zu hören und ich freue mich es von ihm zu hören.
es fängt immer mal an zu regnen, aber richtig. Die wellen schlagen ans dock und der regen prasselt an die fensterscheiben, mal ganz schön und alles kühlt sich ab.
ostern auf dem schiff war etwas ganz besonderes. wir haben das wichtigste fest der christen gemainsam gefeiert. von palmsonntag an war jeden tag ganz oben an deck 8 meditation am kreutz und am freitag haben wir die passion christi geschaut. ich ziehe mich manchmal zurück in eine ecke draußen auf dem schiff um z.b. den sonnenuntergang zu genießen und einfach ruhe zu haben. manchmal trifft man dann leute mit dem gleichem ziel und setzt sich dann doch zusammen, so auch am samstag hat sich tomi aus berlin mit seiner gitarre zu mir gesetzt und wir haben gemeinsam deutsche lobpreislieder über den hafen erschallen lassen. am ostersonntag haben wir mit einem sunriseservice an deck 8 den tag begonnen und jesu auferstehung mit dem aufgehen der sonne gefeiert unter freiem himmel und lobgesang, ein fantastisches gefühl. Dann gab es brunch von 9 bis 11 uhr, alles war schön dekoriert und das buffet war unglaublich mit spezialitäten bestückt und leckereien. Die deutsche botschaft, deren mitarbeiter letzte woche mal zum lunch vorbeikahmen um die deutsche crew zu treffen, hat einen korb mit deutschen süßigkeiten geschickt. gummibären, schokohasen und schokomarienkäfern. am abend bin ich dann schon wieder zum flughafen gefahren um arnold meinen lieben kameraden weg zu bringen (liebe grüße in diesem zuge). je mehr leute man auf diesem schiff kennen lernt desto öffter sagt man von herzen auf wiedersehen, fast jede woche.
am montag habe ich mit davie und tomi dann einen richtigen männertag verbracht, wir haben uns fahrräder besorgt und sind um den hafen an den strand gefahren, dann zum leuchtturm und wieder zurück und am schiff draußen gegessen und dann in den pool. Sehr schön und endspannt. das wahr das schöne lange wochenende!
jetzt heute wieder zur arbeit habe ich 5 augenoperationen mitgemacht. Wir haben eine neue ärztin aus indien die sehr erfahren und desshalb schnell ist aber etwas anders arbeitet als die ärzte bisher und ich mich also wieder umgewöhnen muss und weiter lerne.
Bevor wir alle an die arbeit gehen betet die op supervisorin mit dem ganzem team und dann im augen op betet der leitende augenarzt noch mal mit dem augen team. Als ich dann bereit saß um die erste op mit der inderin zu starten sagte sie irgendwas, ich verstand erst gar nicht und musste nachhaken, das muss ich oft wenn die ärzte irgendwas ins mikroskop nuscheln. Sie wollte aber kein instrument oder sonst sowas, sie wollte das ich für uns bete. Das möchte sie vor jeder op und dafür nimmt sie sich zeit. Es ist ein schönes gefühl nicht nur in der arbeit an einem strang zu ziehen sondern auch mit dem herzen das gleiche ziel vor augen zu haben.
Ich arbeite nun in einem internationalem op- team das dem gleichem jesus dient und desshalb überhaubt ein team ist. Der eine aus den usa, macht eine augen op in 5 minuten und unterrichtet eine ärztin seine methoden, die andere eine kleine inderin die ein haus mit leprakranken leitet und nebenbei blinden die augen öffnet, eine krankenschwester die eigendlich schon in rente ist und dann ich, der jüngste im op aus bad gandersheim.
ich lobe den herrn, alle ehre sei ihm. ohne ihn hätte ich das alles nicht geschafft. ich bin so dankbar, bitte freut euch mit mir :-)
Wer bin ich und was hat gott mit mir vor?
der michel

11. op 09.05.09

hallo alle zusammen, die zeit war mal wieder ziemlich erfüllt von erlebnissen und eindrücken, seit meiner letzten e-mail und es ist schwierig das alles mal zusammen zu kratzen da ich immer seltener dazu komme mir notizen zu machen.
ich kann die guten freunde schon gar nicht mehr zählen, denen ich tschüss sagen musste. mit einem norweger war ich zum abschied chinesisch essen und danach sind wir einfach über den hafen geschländert und haben schiffe besucht, gefragt wo sie her kommen was für crew auf dem schiff ist und haben uns vorgestellt. Einige wahren sehr offen und haben sich schon gewundert was das passagierschiff hier in cotonou macht?! Auf einem der schiffe, aus singapur, stand ein phillipino der uns herzlich wilkommen hieß, als er mitkriegte was wir auf dem schiff machen bat er uns rein gab uns eine cola aus und rief seine kollegen um uns kennen zu lernen. Im gespräch fragen die seelleute natürlich wie viel wir denn verdienen und wir sagen das wir freiwillige sind und den menschen helfen wollen.
Der rest der besatzung war polnisch und der koch hatte grad an dem tag geburtstag also luden sie uns ein und wir feierten mit ihnen den geburtstag ihres kochs! Was für ein erlebnis. Beim abschied hat mir der philipiener dann ein zettel mit e-mails adresse und einer internetadresse gegeben die eindeutig zeigte das er auch christ ist :-)
an einem wochenende bin ich dann mit 4 anderen deutschsprachigen losgefahren um quidah anzugucken ein denkmal für die sklavenzeit. Es war ziemlich deprimierend das alles zu sehen. dort war der hafen aus dem die sklaven aus nigeria, togo und umgebung eingesammelt und verfrachtet wurden. Vorher wurden sie noch mit einem vodoo fluch belegt und sind letzten endes gegen etwas glas, alkohol oder sonstige nichtigkeiten verkauft wurden. Wir haben dann bei einer der tagesarbeiterinen übernachtet da das schiff einen tag an ein anderes dock im hafen gefahren ist um zu tanken, keiner konnte dadurch das schiff betreten oder verlassen. Sie hat für uns gekocht und wir haben zusammen den abend verbracht und geredet. Am sonntag sind wir dann zu ihrer kirche gefahren, mal wieder ein erlebnis der besonderen art!
ich bin schon richtig routiniert mit den cataract operationen und stelle mit dem team neue recorde auf und jeden freitag lerne ich einen anderen raum um dort auch mehr rein zu kommen damit sie mich dort auch arbeiten lassen können. an einem freitag habe ich, da keine augen op´s gemacht werden, im gesichtschirurgie op geholfen und gelernt zu zyrkulieren also als springer im op zu arbeiten um bald auch mal bereitschaftsdienste übernehmen zu können. Es hat mir gefallen und ich denke ich gefalle meinen kollegen auch ;-) ich habe bei einer strumecktomie assestiert und sonst den tag mit zyrkulieren verbracht. Oft habe ich probleme mit der verständigung so das ich beim ersten mal nicht weiß was die leute von mir wollen gerade wenn der arzt auch english als zweitsprache hat. manchmal ist es lustig, dann haben wir 3 deutsch- sprachige in einem op und machen scherze dass wir doch einen deutschschprachigen op auf machen können. also alle chirurgen in deutschland, ihr seit herzlich eingeladen euch hier wie zu hause zu fühlen ;-)
es ist schon 2 oder 3 mal pasiert dass die hauptgeneratoren ausgefallen sind und nur noch das notlicht an war und es hat dann immer nicht viel ausgemacht da alle wichtigen geräte im op über den notgenerator laufen. Doch diese woche hatten wir ein totales blackout. Nur noch kleine streifen die auf den ausgang weisen haben geleuchtet sonst war es stock finster und ruhig. Bis dann die ersten panischen rufe kamen: wir brauchen taschenlampen! Der sauerstoff fließt nicht mehr... das problem waren nicht die augenoperationen sondern eine große gesichts op die gerade lief, und im dunkeln kann man schlecht sehen ob ich jetzt den tumor abtrenne oder einen nerv oder eine arterie! Also wurden die patienten mit großen taschenlampen gesichert und 2 patienten wieder aufgeweckt da deren op noch nicht angefangen hat sondern nur die anästesie. Nach ein paar minuten war dann das notlicht wieder an und es wurden die oparationen beendet und die nicht angefangen abgesagt und verschoben da wir erst wissen wollten ob der strom nun sicher läuft. Am nachmittag hört man dann geschichten und berichte von anreren leuten und bekommt mit das nur das hospital ein totales black out hatte, also op und krankenstationen. das ist Afrika!
Die patienten waren ganz gelassen und es schien so als ob sie das gewohnt sind das immer mal das licht aus geht, aber ich denke sie wahren sich der gefahr nicht bewusst. Wir im op fingen in der dunkelheit an zu beten, ich konnte meinen platz nicht verlassen um zu helfen da ich steril eingekleidet war, instrumente und patient vor mir hatte. Von den stationen hab ich gehört das die patienten und die übersetzer im stock dunklem angefangen haben lobpreislieder zu singen und es ein fröhlicher moment war.
ja es gibt auch mal nicht so entspannte tage im op. manchmal haben wir wahrscheinlich eine der abgelaufenen medikamentenflaschen zur anästhesie genommen so das es bei manchen patienten nicht richtig gewirkt hat. Dadurch hat sich alles in die länge gezogen. Eine patientin hatte wahrscheinlich sehr viel angst, denn nach so viel medis konnte es kein schmerz mehr sein der sie zum schrein und fuchteln bringt, es war einfach immer nur genug wenn man ihr augenlied berührt hat, das schneiden des auges merkte sie nicht!

oft werde ich gefragt was ich denn nach meiner zeit hier machen will, etwa op pfleger werden?? ich habe wirklich noch keinen plan und es scheint auch noch so weit weg. ich bin im moment offen für alles und genieße es täglich neue dinge, praktisch dazu zu lernen. es tuen sich hier so viele möglichkeiten auf dadurch das hier leute von der ganzen welt sind die auch in anderen projekten arbeiten oder diese grad aufbauen.
letzte woche kam in der mittagspause der leitende augenchirurg  zu mir und sagte das sich das ganze op team um 1300 im op flur zum gebet trifft, es geht um einen chirurgen. Wir trafen uns alle dort und einige kamen in sterilien sachen raus und wir hörten die nachricht das ein anwesender chirurg sehr krank ist. Wir streckten unsere hände zu ihm aus und legten sie auf ihn und begannen zu beten und zu weinen. einen tag danach leitet eben dieser dr. die andacht und predigt. Außer den leitern und dem op team wusste,es noch keiner vom schiff, so dass es alles sehr entspannt war, eine schöne lobpreiszeit und seine botschaft war sehr klar und oft wurde gelacht. Er hat viel aus seinem leben erzählt. Er bethonte immer wieder das man alles haben kann im leben und doch total leer ist wenn jesus fehlt. Ein besonderes beispiel hat er genommen um uns zu zeigen dass nicht wir es sind die so gut sind und desshalb diese arbeit tun können oder gar gerettet sind und in den himmel kommen. Er nahm einen weißen becher mit blumen drauf und meinte das seist du! Und alles was gott dir geben will und durch dich wirken will gibt er da rein. Er nahm einen stift und sagte: jetzt lügst du aber mal , er stach mit voller wucht und tränen in den augen auf den becher ein so das er ein loch hat. Dann kam eine andere sünde hinzu und somit ein weiteres loch. Dann begann er klares wasser in den becher zu gießen und es floss aus allen löchern raus und rasselte auf den boden. Dann nam er einen roten becher und steckte ihn in den weißen, dieser rote becher Symbolisiert jesus und seine rettung, wiederherstellung und vergebung. Wenn man nun das wasser, das gott in uns gießt wieder reinfüllt kommt nichts mehr aus den löchern, nein jetzt scheint der rote becher durch. Dort wo wir schwach waren kann er wirken und da können andere menschen ihn sehen...

jedes wochenende besteht die möglichkeit außerhalb des schiffes projekte mit zu machen. so bin ich mit ein paar leuten schon einige male in ein waisenhaus gefahren, wir haben dort eine geschichte von jesus erzählt, gesungen getanzt und dann gespielt. es ist so anders dort, diese kinder suchen nach liebe und nicht nach geld, sie sind freundlich und verlassen. Insgesammt sind über 20 kinder da, von ein paar monaten geht es rauf bis zum alter von 21. das gebäude ist wie eine alte barake, vorne auf der straße steht das wasser in fützen und bietet eine gute mücken brutstätte sowie auch das bad in dem das wasser nicht wirklich abfließt. Es hat spaß gemacht mit diesen energiebündeln zu spielen und zu tanzen. Schwierig für mich ist es immer mit der sprache, entweder sprechen die leute hier französisch oder eine der stammessprachen. Ein junge dort ist total blind und ich habe mich einfach zu ihm gesetzt so dass er wenigstens spühren konnte das sich jemand für ihn interessiert.
das schiff und seine besatzung genießt hier im land einen sehr guten ruf und zeugnisse von heilungen verbreiten sich schnell. selbst menschen die keine op kriegen können sind von dem mercy-ships palliativ team so gesegnet das sie einfach glücklich sind dass sich einer um sie kümmert, für sie da ist. der fakt das mercy ships kostenlose hilfe anbietet macht menschen die geld brauchen natürlich aufmerksam, so dass ellegal reien-plätze verkauft werden. also in einer schlange z.b. vor der augenklinik werden steine platziert die dann am nächsten tag an leute verkauft werden um in der schlange nach vorn zu gelangen. wir versuchen mit sicherheitskräften und lokaler presse dagegend an zu gehen da es ja total gegen unser konzept ist und auch sehr ungerecht für die die kein geld haben, krank sind und dann fast 2 tage in der reihe warten.
unsere kabine hat eigendlich immer eine ganz gute gemeinschaft und wir unternehmen immer mal was, eines abends wollten wir als kabinen kumpels in den pool springen und spaß haben. Doch als wir oben auf dem schiff ankahmen waren wir von dem wunderbarem sonnenuntergang gefesselt, wir standen einfach nur da und haben gestaunt, nichts gesagt. Um uns herum das gleiche bild, alle schauen gespannt welche wolke als nächstes im „feuer“ der sonne aufgeht, mächtig gewaltig...
ich mache nicht mehr soo viele bilder wie am anfang aber lade immer mal welche hoch um auch das geschriebene zu verbildlichen. ich habe ein neues picasa album angefangen um es übersichtlicher zu machen. allerdings gibt es dadurch mehrere links:
ältere: http://picasaweb.google.com/micpelzer/AfrikabilderJanuarBisApril?authkey=Gv1sRgCJPhh4y1r7PYHw&feat=directlink
ab mai: http://picasaweb.google.com/micpelzer/AfrikabilderAbMai?authkey=Gv1sRgCMjzkabzw6vOOQ&feat=directlink
das wars erst mal wieder von mir, bei fragen oder anmerkungen schreibt doch einfach. alles gute und gottes segen
michel

12. es gibt einen plan 26.05.09

Hallo alle zusammen,
ich will mich mal wieder hin setzen und euch berichten und teil haben lassen an meinem einsatz hier in cotonou, benin auf der africa mercy.

ich bin ja jetzt schon ne ganze weile hier und weg von deutschland und familie. um ehrlich zu sein macht es mir gar nichts aus und ich habe kein heimweh. doch zu wissen das meine oma beerdigt wurde und es meinem opa nicht gut geht und ich nicht da bin, um meine lieben in den arm zu nehmen oder abschied zu nehmen. da kommen in mir doch andere gefühle hoch.
In solchen momenten vermisse ich meine ganze familie, doch bin ich so stolz auf sie. Was für ein segen es ist dass wir alle beten können und jesus uns vereint, trotz unserer unterschiedlichen herkünften und aufentahltsorten.
arbeit macht immer mehr spaß, da ich viel dazu lerne und auch mit kollegen viel spaß habe. Ich habe auch schon im orthopädic op mitgearbeitet und an einem freitag hatten wir einen funny scrub day an dem wir uns alle im op lustig angezogen haben. (ein paar bilder sind bei picasa http://picasaweb.google.com/micpelzer/AfrikabilderAbMai?authkey=Gv1sRgCMjzkabzw6vOOQ&feat=directlink )
Es entsteht immer mal eine lücke im steri und die muss ich dann füllen, oder ich werde nett gefragt. Meine op kollegen geben mich aber nicht gerne her. ich habe ja das letzte mal berichtet das sie mich freitags auf die anderen op´s "einstimmen " damit ich auch bereitschaft dienste übernehmen kann. dadurch das ich schon den ganzen einsatz hier bin und mich manchmal mehr auskenne als andere wird mir immer mehr verantwortung aufgelegt. ich habe jetzt schon 2 bereitschaftsdienste hinter mir in denen ich nach normalem arbeitsschluss meine kollegen in noch laufenden op´s ablösen kann und bei einer notfall op wegen nachblutung helfen konnte. es sind lange tage doch macht es mir spaß. es ist sehr lustig hier zu beobachten wie leute mit ihrer arbeitszeit umgehen. zu hause kämpft jeder um seine freizeit und pause wird peniebel eingehalten und hier achten nur die leiter darauf, damit das personal mal pause macht, da alle so motiviert sind, sich gegenseitig helfen und ihre arbeit wirklich gut machen wollen.
ich habe mal gefragt was das eigendlcih für eine firma ist, alcon, und wie lange sie schon material für die augen operationen senden. es hat mich so erstaunt und gefreut die antwort zu hören das ich es mit euch teilen möchte: alcon unterstützt seit 1997 mercy ships mit op material und geräten für augen operationen und die firma hat immer mal einen arbeitstag an dem die arbeiter eigendlich frei haben, also freiwillig zur arbeit kommen und an diesem tag nur für mercy ships arbeiten, ohne bezahlung extra für unser schiff packete machen die dann uns mit dem kontainer erreichen. was für ein segen, nicht nur für die blinden von benin sondern auch für die firma alcon, der geht es richtig gut und die arbeiter sind hoch motiviert!
Es ist so viel arbeit auf diesem planeten. Wenn man sich nicht an geld festmacht gibt es immer arbeit für jederman. Es öffnen sich hier so viele türen und ich lerne um zu denken, wo habe ich meine prioritäten, warum will ich das und das? Warum tue ich was?
Die gemeinschaft hier wird immer schöner aber auch immer schwieriger wenn man menschen näher kennen lernt und es nicht immer nur bei oberflächlichem wie geht’s dir geschwafel bleibt. Dann kommen nämlich probleme zum vorschein, zu hause und hier.
am wochenende waren arjen matt und ich mit jean (jetzt weiß jeder um wen es geht :-) einer der konstruktions arbeiter des schiffes unterwegs, etwa eine stunde fahrt entfehrnt hat er ein projekt wo sie eine schule für agrarwirtschaft erbauen. Am tagesplan war beton mischen, dafür braucht man wasser. Also gnereator, pumpe und fässer aufs auto und ab ins tal zu einem sumpf, wasser holen, das etwa 3 mal. Ein mal bin ich unten alleine geblieben. Alleine im busch. Einfach um die stille zu genießen und mal alleine zu sein. Es war wunderschön und ich merkte wie mich das aufwachsen auf einem dorf doch geprägt hat und dass ich die weite freiheit und landschaft vermisse und die stille. ich blieb nicht lange allein, 2 kleine kinder kamen plötzlich aus dem busch und sammelten irgend welche früchte vom boden. Die haben gelächelt als sie mich sahen und haben mich ganz lange einfach angeguckt. Wir haben dann auch mit den arbeitern dort auf der baustelle, alle sind aus dem umliegenden gebiet, mittagspause gemacht. Jeden tag kommt dafür eine frau mit essen und bekommt dafür geld, ein gutes geschäft. Sie bringt kind hund, essen, süßes, wasser und obst mit.
Am abend bin ich dan mit 3 freunden in den hafen gegangen und haben ein schiff besucht, einfach so mal fragen wer sie sind und was sie machen. Der käpten hat uns dann auf cola in seine stube eingeladen und wir haben einfach erzählt und er hat erzählt. Seemanns geschichten, piraten, stürme, religion, kultur und wirtschaft. Es ist so interessant mit solchen leuten zu sprechen da die echt um die ganze welt kommen. Er ist pole und arbeitet für eine französische gesellschaft auf einem in deutschland entwikeltem schiff das aber irgendwo anders produziert wurde, mit einer manscaft aus 5 verschiedenen nationen. Er bleibt nur noch ein paar stunden im hafen kommt aber dieses jahr noch mal nach benin und möchte uns dann auf dem schiff besuchen.
an einem anderen tag bin ich mit 2 freunden unterwegs in der stadt um einen frisuer zu finden, da auf dem schiff grad keiner ist und wir was erleben wollten, haben wir. Wir haben einen salon gefunden und uns die haare schneiden lassen, naja es war ehr rupfen als schneiden. Die sind halt kein yovo haar gewohnt, war die Standard erklärung danach. Es war so schlecht dass ich mir am gleichem abend einen notfallhaarschnitt von einer schweizerin hier auf dem schiff machen lassen habe und zwar mit dem haarschneide apparat ihres verlobten. Wir haben viel zu viel bezahlt, ich habe an manchen stellen meines kopfes leicht geblutet und hatte stufen und löcher in meinem haar. Ja ne weitere afrika erfahrung. an alle frisuere da draußen, kommt auf die africa mercy und seit ein segen, wir brauchen euch! ;-)
als ich von dem präsidenten besuch berichtet habe, erwähnte ich das er eine gebetsgruppe schicken will im den kontakt zu halten und uns auch zum essen in sein haus (palast) einläd. beides hat er gehalten. es kommt jede woche der eine gruppe lokaler leut vorbei, incl. pastor und anderer leute die hier beten und auch gebetsanliegen übernehmen, mit der crew sprechen und so weiter. und diesen freitag wird die ganze besatzung mit bussen abgeholt und zum präsidenten gebracht da er mit uns essen will. für die leute die auf dem schiff bleiben müssen, bereitschaftsdienst im krankenhaus und maschinenraum, security und so, wird essen geschickt damit die auch wie ein könig schmausen! na mal sehen was uns erwartet!
noch ne gute nachricht: hab ja mal von dem arzt berichtet der erkrankt ist und nach hause musste und für den wir gebetet haben, der hat sich zu hause untersuchen lassen und ist nun wieder zum arbeiten da weil nix gefunden wurde! haha
ich würd gern wissen was mich nach dem benin einsatz erwartet!? ich hab noch keinn plan...
doch kenn ich einen der hat einen großen plan


danke an alle spender, geld, gebete und zeit um diese mail zu lesen. ich danke euch von herzen und weiß das ihr teil dieser arbeit seit.
Michel
BILDER::
ab mai: http://picasaweb.google.com/micpelzer/AfrikabilderAbMai?authkey=Gv1sRgCMjzkabzw6vOOQ&feat=directlink
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13. familie 05.06.09

Hallo alle zusammen ,
in der letzten e- mail, der 12., erwähnte ich das meine oma verstorben ist (am 11.05.09) und wie schwer es ist nicht zu hause zu sein.
leider muss ich dieses mal berichten das am 01.06.09 auch mein opa verstorben ist.

ich habe in dieser woche sehr getrauert und mit mir gerungen und in mir abgewogen was gut ist und was ich nun tun soll. ich bin zu dem endschluss gekommen das ich zur beerdigung von meinem großvater nach deutschland komme und 2 wochen bei meiner familie bin um gemeinsam von den eltern meiner mutter und deren heim, abschied zu nehmen. ich werde am 11.6 in deutschland ankommen, am 13.6 wird die beerdigung sein und am 24.6 werde ich hier in cotonou wieder zurück sein.
es ist sehr schön zu wissen das ich meine familie sehen werde, mein bruder kommt aus canada und meine schwester aus den usa. ebenso ist es schön zu wissen das, wenn ich zurück komme ich auch hier familie habe und ich mit offenen armen empfangen werde. in dieser schweren zeit habe ich sehr viel liebe und trost von meinen kollegen, ja geschwistern hier auf dem schiff erfahren und meine cheffin gibt mir so viel freiraum wie ich es will, richtet sich ganz nach mir, leute beten für mich und nehmen mich in den arm.
ich werde also knapp 2 wochen in deutschland sein, ihr versteht aber sicher das ich nicht überall vorbei kommen kann. ich habe euch trotzdem gern und meine es nicht persönlich.

ich danke allen für euer verständniss und eure unterstützung.
gott mit euch
michel

14. Resultate 27.juni09

Hallo meine lieben leser,

meine letzte mail war ja etwas kurz, aber ich bin nun wieder zurück in benin und im bereitschaftsdienst am samstag, also habe etwas zeit um euch zu schreiben.
die 2 wochen in deutschland waren sehr schön und trotz aller zweifel die ich vor meiner abreise hatte weiß ich nun das es richtig war zu fliegen. ich hatte gute zeiten mit familie, freunden und alten kollegen und habe ein sauberes und geordnetes deutschland genossen, war in hannover, gandersheim, im harz, göttingen und frankfurt.

zurück auf das schiff zu kommen war wie heim kehren. bekannte gerüche, gesichter und umgebung. ich wurde herzlich begrüßt. es sind so viele neue leute da, echt krass, obwohl ich nur 2 wochen weg war bin ich doch wieder ein neuer für etwa 70 personen.
ich wollte nachdem ich angekommen bin gleich wieder angefangen zu arbeiten und bin am freitag mit den augenärzten in unser hospitality-center gefahren um die patienten die bereits eine op gehabt haben zu lasern. ich habe bei den sehtests geholfen und mal wieder mit taschenlampen ausgeholfen, is ja immer mal was das nicht geht. am ende haben sich dann alle patienten versammelt, es waren hundert oder mehr, und haben gefeiert das sie wieder sehen können. es war sehr schön resultate zu sehen. wenn ich im op arbeite kriege ich nichts davon mit, doch dort zu stehen und die menschen zu beobachten wie sie tanzen und singen und gott so dankbar sind für die hilfe die sie empfangen haben, das ist sehr schön.
es ertönen auf dem schiff auch immer mal trommeln und gesang wenn wieder eine VVF patientin, nach erfolgreicher therapie, ein neues kleid bekommt und alle ihre heilung feiern. die gynekologischen operationen haben vor ein paar wochen wieder angefangen und es ist krass die geschichten dieser frauen zu hören. ich habe bei der anästesie einer dame geholfen die noch nie vorher das meer gesehen hat. könnt ihr euch ja vorstellen wie es für sie ist auf einem schiff von weißen leuten die einen nicht verstehen, operiert zu werden?! diese VVF op´s dauern manchmal echt lange so das eine op bis spät in den nachmittag ging. passiert manchmal doch an dem tag war das problem das der chirurg am abend das schiff verlassen wollte um nach hause zu fliegen...
es wurde dann so gehandhabt das der chirurg der am selben tag ankommen sollte schnell abgeholt wurde und die beiden einen fliegenden wechsel gemacht haben und so die op abgeschlossen wurde wärend der zu anfangs operierende chirurg schon am im flugzeug saß.
mir gehts gut und ich habe noch freude an dieser arbeit hier, oder eigendlich von woche zu woche mehr! wir haben grad im augen op wieder 2 ärzte die dr. glen´s technik lernen, einer von süd-afrika und einer aus nigeria, interessant.

weiter fällt mir grad nichts ein. ich freu mich immer auf eure e-mails und fragen beantworte ich gerne.
liebe grüße und segenswünsche,
der michel